Homeschooling von 0 auf 100

28. April 2020

Auf welche häusliche Medien-Infrastruktur kann die Schule gemeinsam mit ihren Schülern überhaupt zurückgreifen? Um schnell konkrete Daten zu erheben, haben wir gemeinsam mit einer Grundschule eine kurze Umfrage entwickelt.

Homeschooling und seine Herausforderungen war in allen Haushalten mit schulpflichtige Kinder, in den letzten Wochen vermutlich weit oben in den Top10 Gesprächsthemen bei Freunden, Kollegen und Familie.

Nahezu ohne Vorbereitungszeit mussten die Lehrer Unterrichtsmaterialien für einen Fernunterricht bereitstellen, Eltern mit passender Hardware wie Drucker, Scanner, Tablet ein passendes Umfeld für digitales Lernen schaffen und die Rolle “Aushilfslehrer” vor Ort übernehmen - und Kinder sich an das Lernen zuhause gewöhnen. Dabei kommt erschwerend hinzu, dass häufig die ganze Familie gleichzeitig im HomeOffice arbeitet und es so unter Umständen wuselig und laut sein kann.

Um Homeschooling erfolgreich zu betreiben, sind viele Aspekte zu betrachten: Schüler, Lehrer, Lernmaterial, die eigentlichen Lernziele für diese Zeit, die schulische Infrastruktur, und die außerschulischen Lernplattformen wie ANTON, skills4school, simpleclub (siehe https://homeschooling-corona.com/angebote/). Wir haben uns darüber hinaus gefragt auf welche häusliche Medien-Infrastrukur kann die Schule gemeinsam mit ihren Schülern überhaupt zurück greifen?

Um konkrete Daten zu erheben hat Thomas, gemeinsam mit der Direktorin der Schule seiner Tochter, eine kurze Umfrage entwickelt und diese in der Elternschaft verteilt. Die Ergebnisse waren überwiegenden sehr positiv und ziemlich interessant:

  • 100% aller Teilnehmer haben zu Hause einen Internetanschluss, der in > 80% schneller als 10Mbit/s ist
  • über 80% der Teilnehmer haben ausreichend Medien-Geräte zur Verfügung, die von den Kindern genutzt werden können
  • über 74% der Teilnehmer gestehen ihren Kindern die (selbständige) Nutzung der Geräte zu. Davon verlassen sich 60% der Eltern auf die Empfehlung öffentlicher Stellen und 40% sogar ohne Einschränkungen
  • Über 63% der Eltern ist am Wichtigsten, dass durch die Nutzung der Online-Medien Lernfortschritte erzielt werden, dabei halten immer 32% der Eltern die Unterlagen für gar nicht bis wenig für das #homeschooling geeignet

Allerdings: die Umfrage ging nur an eine Schule und die Infrastruktur ist leider bei weitem nicht in allen Haushalten Deutschlands so gut, gerade Kinder aus “Problembezirken” müssen unter weit schwereren Bedingungen arbeiten. Da auch nach der Lockerung der Beschränkungen der Schulunterricht auf absehbare Zeit nicht in normalem Umfang stattfinden wird, ist und bleiben Homeschooling und digitales Lernen ein wichtiges Thema mit einer hohen gesellschaftlichen Relevanz, wo ein besonderes Augenmerk darauf liegen sollte, dass für alle Kinder das Recht auf Bildung und Chancengleichheit herrscht. Mit der Umfrage können relevante Daten erhoben werden, die aufzeigen, wo der größte Handlungsbedarf herrscht - und wie Kinder und Schulen aktuell am besten unterstützt werden können.

Derzeit läuft die Umfrage auch noch in weiteren (Grund)schulen in unterschiedlichen Gebieten und Städten. Wer ebenfalls Interesse an der Umfrage hat, dem stellen wir gerne eine Kopie zur eigenen Verwendung zur Verfügung!

Demnächst findet ihr hier dann eine erneutes Fazit.

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