Die besten Content-Management-Systeme: Big Player

20. August 2021

Der große CMS-Vergleich 2021 

Teil 1: Big Player am Markt

Lesen Sie auch: Der Content-Management-System Vergleich 2021 Teil 2: Hidden Champions

Content First: Die Attraktivität von Websites kommt neben dem Design über die Inhalte. Nur mit passgenauem, attraktivem Content kommen Website-Besucher wieder - seien es Filme, Bilder, Texte oder Grafiken. Und die Webseiten, die dem User gefallen, werden mittlerweile auch von Google und Co. positiv mit guten SEO-Rankings belohnt. Dies bedeutet aber auch: Content, Content, Content und Pflege, Pflege, Pflege: Publishen, Aktualisieren und Verwalten von Inhalten, immer wieder.
Die Pflege größerer Websites ist eine Mammutaufgabe, die ohne den Einsatz eines Content-Management-Systems (CMS) kaum realisierbar wäre.

Als technologieunabhängiger Dienstleister sind wir bei reinorange immer auf der Suche nach den besten Lösungen für unsere Kunden - und die Wahl des passenden Content-Management-Systems ist komplex. In diesem Artikel wollen wir unser Wissen teilen und einen Überblick über gängige CMS der Branche geben - ein kleiner Leitfaden für eine bessere digitale Zukunft!

Too long - didn’t read (LOL) (hier geht es direkt zur Zusammenfassung)

350 Systeme - und man braucht nur eins
Die Suche nach dem richtigen CMS ist komplex und man verliert bei so vielen Systemen gerne den Überblick. Derzeit sind wohl zwischen 250 und 350 verschiedene Programme auf dem Markt erhältlich. Von einfachen Buildtools bis hin zu umfangreichen Enterprise-Systemen sind die Möglichkeiten scheinbar endlos. Bringen wir ein wenig Licht ins Dunkle:

Das passende CMS für die jeweilige Nutzung

Es gibt im Wesentlichen drei zentrale Anwendungstypen für Content-Management-Systeme. Bei der Auswahl einer Lösung für ein neues Projekt sollte man den Fokus kennen: welche Aufteilung liegt vor? Liegt der Fokus auf Web-Content Management, Blog Publishing/News oder Social Publishing/Communities?

Verwaltung von Web-Content

Beim klassischen Web-Content Management liegt der Schwerpunkt auf der Erstellung und Verwaltung von Online-Content. So ist es oft notwendig, dass mehrere Redakteure auf das Backend zugreifen können, was wiederum komplexe Sharing-Methoden erfordert. Zudem muss das System in der Lage sein, eine optimierte Verarbeitung für eine Website mit Multimedia-Inhalten anzubieten. Wichtige Faktoren sind die Verwaltung von Benutzerrechten, ein effizientes News-Management-System, die Möglichkeit, elementare Inhalte mehrsprachig darzustellen. Auch Volltextsuche ist in diesem Kontext eine sehr sinnvolle Funktion.

BLOG-Publishing/Nachrichten

Für CMS für BLOGs gelten andere Regeln: Die Aufbereitung von Inhalten, komplexe Verlinkungen und eine sinnvolle Kategorisierung liegen im Fokus. Auch die Möglichkeit, auf Social Media Plattformen und andere Web 2.0-Funktionen zu verlinken ist notwendig. Die Fähigkeit, mit dem Leser Interaktionen zu schaffen und das Timing von Publishings zu kontrollieren, sind ebenfalls Kriterien, die beachtet werden müssen. Last but not least: die schnelle und unkomplizierte Erstellung von Inhalten – auch direkt auf einem mobilen Endgerät - sollte möglich sein.

Social Publishing/Communities

Um Online-Communities anzusprechen braucht man einen umfangreichen Funktionsumfang. Während BLOG-Leser in der Regel passiv sind, sind Online-Communities von aktiven User-Gruppen geprägt. User-Generated Content, also vom Benutzer erstellter Inhalt, sollte einfach und unkompliziert veröffentlicht werden können. Das grundlegende Architektur von Social-Publishing-Lösungen modular aufgebaut und kann bei Bedarf um bestimmte Web 2.0-Funktionen erweitert werden.

Proprietäre Software vs. Open Source

Wir von reinorange sind große Open Source Fans und viele Content-Management-Lösungen von Projekt-Communities sind Open Source verfügbar. Bei Open Source CMS sind das System und der Programmcode frei zugänglich und der Quellcode ist für jeden einzusehen. Nutzer dürfen Änderungen, Verbesserungen und Erweiterungen vornehmen und das CMS an individuelle Anforderungen anpassen.

Im Gegensatz hierzu steht proprietäre Software. Der Einsatz proprietärer Managementsysteme ist in der Regel mit dem Erwerb einer kostenpflichtigen Lizenz verbunden. Das CMS wird von einem bestimmten Unternehmen entwickelt und als kommerzielles Projekt vertrieben. Auch der Quellcode steht Benutzern nicht zur Verfügung.

Open-Source-Software hingegen ist teilweise ohne Lizenzkosten oder mit kostengünstigeren Linzenzmodellen erhältlich. Diese Lösungen können für Unternehmen aus wirtschaftlicher Sicht besonders attraktiv sein. Hinsichtlich der technologischen Entwicklung stehen etablierte Open Source CMS-Systeme den proprietären Lösungen oft in nichts oder wenig nach. Im Gegenteil: gerade Flatfile-CMS sind für viele Projekte hinsichtlich Geschwindigkeit und Usability im Vorteil. Hinter einigen der bekanntesten Projekte wie WordPress oder TYPO3 stehen hochrangige Entwickler-Communities. Eine umfangreiche Dokumentation und ein transparenter Entwicklungsprozess sorgen zudem dafür, dass Softwarefehler und Sicherheitslücken relativ zeitnah behoben werden.

Internationaler Vergleich: Welches CMS eignet sich für was?

Laut W3Techs, das die CMS-Nutzung analysiert, verwenden 42.1 % der Websites weltweit das Open-Source CMS Wordpress (Stand Juli 2021). Mit Joomla! und Drupal finden sich noch zwei weitere Open Source Lösungen auf den vorderen Plätzen.

Den Erfolg von Open-Source-Softwareprojekten haben wir zum Anlass genommen, Ihnen die gängigsten Open-Source-CMS-Lösungen vorzustellen und ihre wesentlichen Funktionen zu vergleichen. Mit den Adobe-Lösungen AEM und Dreamweaver runden den Vergleich als zwei proprietäre (closed source) Lösungen ab.

Die Open Source Systeme wie WordPress, TYPO3, Joomla!, Drupal, Contao und Neos sind derzeit die beliebtesten Standardlösungen für den professionellen Website-Betrieb. Aber natürlich ist nicht jedes System für jeden individuellen Einsatzzweck gleichermaßen geeignet. Hier stellen wir die Hauptfunktionen, Anwendungsarten und Systemvoraussetzungen verschiedener Content-Management-Systeme zusammen.

Good to know: für viele Anwendungsbereiche sind die “Big Player” der CMS nicht die smarteste Lösung: schauen Sie sich auch Teil 2 unseres Vergleichs an: die Hidden Champions. Hier wird erklärt, warum Flatfile-CMS wie das Kirby CMS für viele Webprojekte die bessere Wahl sind.

WordPress

Mit rund 18 Millionen Installationen ist WordPress das meistgenutzte Open Source CMS weltweit. Ursprünglich als Blog-System konzipiert, stehen nun für die Grundinstallation mehrere Erweiterungen zur Verfügung, die es ermöglichen, die Software zu einem voll funktionsfähigen Content-Management-System aufzurüsten.

Fakten

  • Mehr als 58.000 Erweiterungen und eine riesige Auswahl an kostenlosen Designvorlagen
  • „Fünf-Minuten-Installation“ über Wizard
  • Suchmaschinenfreundliche URLs
  • Veröffentlichungs- und Verwaltungstools für mobile Lösungen

Systemvoraussetzungen für WordPress 5.6

  • Webserver: Jeder Server mit PHP- und MySQL/MariaDB-Unterstützung (empfohlen: Apache oder NGINX)
  • Middleware: PHP 7.4 oder höher
  • Datenbank: MySQL 5.6 oder höher, MariaDB 10.1 oder höher
  • Weitere Empfehlungen: HTTPS-Unterstützung

Die große User-Community der Software profitiert von einer enormen Auswahl an Themes, Plugins und Widgets. Kritiker sagen jedoch, dass das System nicht nur zu komplex, sondern auch unübersichtlich und umständlich zu bedienen ist. WordPress hat die gleichen Probleme wie alle erfolgreichen Softwareentwicklungen: Aufgrund seiner hohen Auflage ist es ein beliebtes Angriffsziel für Hacker. Aus diesem Grund müssen Benutzer ihre WordPress-Software ziemlich regelmäßig mit Sicherheitsupdates aktualisieren. Diese Updates erscheinen nach Sicherheitsvorfällen schnell, sind jedoch nicht immer mit allen Erweiterungen kompatibel, die für eine effektive Nutzung der Software erforderlich sind. Dadurch können Software-Updates insbesondere bei großen Projekten mit erheblichem administrativen Aufwand verbunden sein.

Aufgrund seiner aufwandsarmen Grundinstallation eignet sich WordPress gut für kleine und sehr einfach strukturierte Websites. Gerade für Blogger, die ihren Besuchern häufig wechselnde Inhalte in ansprechenden Layouts zur Verfügung stellen möchten, ist WordPress ein effektives CMS mit intuitiver Weboberfläche. Mit zunehmender Komplexität des Online-Projekts nimmt jedoch die Benutzerfreundlichkeit der Software deutlich ab. Theoretisch lassen sich auch große Enterprise-Projekte umsetzen, allerdings geht in einem solchen Fall mit der größeren Anzahl an Funktionen zwangsläufig auch ein erhöhter Verwaltungsaufwand einher.

Wenn Sie einen stabilen Website-Betrieb anstreben, stellt WordPress bei steigendem Besucherverkehr vergleichsweise hohe Anforderungen an den Server. Anwender, die komplexe Multi-Domain-Projekte mit mehrsprachigem Fokus entwickeln wollen, sollten für ihren Zweck ein CMS wie TYPO3 oder Kirby CMS statt WordPress wählen.

Joomla!

Mit einer Marktabdeckung von fast 3,5 % ist Joomla! ist der drittgrößte Anbieter im CMS-Markt. Die Software richtet sich sowohl an Anfänger als auch an fortgeschrittene Benutzer, ist jedoch anspruchsvoller zu bedienen als WordPress. Im Gegensatz zum Marktführer sind umfangreiche CMS-Funktionalitäten ohne Installation von Erweiterungen enthalten. Ein Bonus für Nicht-Experten ohne professionellen IT-Hintergrund ist eine gute Dokumentation in Form von Community-gestützten Online-Handbüchern sowie aktiven Anwenderforen.

Fakten

  • Derzeit über 6.000 verfügbare Erweiterungen
  • Objektbasiertes Content Management
  • Community-Unterstützung durch Foren

Systemvoraussetzungen für Joomla! 3.x

  • Webserver: Apache HTTP Server 2.0 (2.4 empfohlen) mit mod_mysql, mod_xml und mod_zlib, NGINX 1.0 (1.8 oder höher wird empfohlen), MS IIS 7
  • Middleware: PHP 5.3.10 (7.3 oder höher empfohlen)
  • Datenbank: MySQl 5.1 mit InnoDB-Unterstützung (5.5.3 oder höher empfohlen), MS SQL Server 10.50.1600.1 (10.50.1600.1 oder höher empfohlen), PostgreSQL 8.3.18 (9.1 oder höher empfohlen)

Joomla! ist die Entwicklung des Open Source CMS Mambo. Das System ist vor allem in den USA beliebt und zeichnet sich durch ein vollständig objektorientiertes Softwaredesign auf Basis eines eigenständigen MVC-Frameworks aus. Dies ermöglicht Joomla! Benutzer können ihre eigenen Erweiterungen schreiben und diese mit der Community teilen, wenn sie möchten, indem sie das Joomla! extensions-Verzeichnis, wo Erweiterungen einfach über das Backend installiert werden können. Vorlagen können mit Joomla! Module erstellt werden, indem vordefinierte Inhaltselemente kombiniert werden.

Joomla! unterteilt Erweiterungen in Plugins, Komponenten, Module, Vorlagen und Sprachen. Diese können sowohl im Backend als auch im Frontend verwendet werden, was die Benutzer manchmal irritiert. Das Rechtemanagement und die Freigabeprozesse werden bei größeren Projekten gelegentlich als mangelhaft angesehen. Erweiterungen helfen – sind aber nicht immer kostenlos erhältlich.

Drupal

Das modulare CMS Drupal wurde ursprünglich als studentische Community-Lösung entwickelt, ist jetzt aber als vollwertiges Open-Source-CMS verfügbar. Die Software kommt mit einer extrem schlanken Grundinstallation, die um einige Module erweitert werden kann. Heute liegt die Stärke des Projekts in seiner Community. Bereits das Basismodul verfügt über zahlreiche Web 2.0- und Community-Funktionen wie Weblogs, Foren und Tag Clouds.

Fakten

  • Sehr flexibler, modularer Aufbau
  • Schlanke Basisinstallation mit über 46.000 Erweiterungsmodulen
  • Fokus auf Social Publishing und Community-Projekte
  • Mehr als 1100 Distributionen als Komplettlösung für typische Anwendungen

Systemvoraussetzungen für Drupal 9

  • Webserver: Apache 2.4.7 oder höher, NGINX 0.7.x oder höher, MS IIS oder jeder andere Webserver mit PHP-Unterstützung
  • Middleware: PHP 7.3 oder höher
  • Datenbank: MySQL 5.7.8 oder höher, MariaDB 10.3.7, Percona Server 5.7.8 oder höher, PostgreSQL 10 oder höher (mit PDO), SQLite 3.26 oder höher

Das CMS Drupal bietet mit seinem modularen Aufbau umfangreiche Möglichkeiten zur
Individualisierung. Anwender, die genau wissen, was sie brauchen, können sich das manuelle Zusammenstellen von Softwarekomponenten sparen. Für viele Szenarien stehen vorkonfigurierte Distributionen auf Basis des Drupal-Frameworks zur Verfügung.

Mit seinem Fokus auf Social Publishing eignet sich Drupal besonders für kleine und mittlere Community-Projekte. Das große Erweiterungsspektrum ermöglicht die Realisierung von Unternehmensportalen mit komplexen Multi-Domain-Strukturen. Doch die Administration eines CMS-Kerns mit umfangreichen Erweiterungen erfordert Fachwissen und Fingerspitzengefühl.
Reichen die Grundfunktionen der Software nicht aus, müssen zusätzliche Module manuell per FTP installiert werden. Dies kann ein komplexer Prozess sein. Das Aktualisieren von Erweiterungen ist manchmal schwierig, da diese nicht immer mit dem Backend kompatibel sind.

Die zentrale Anwendung von Drupal ist das Layout von Social-Publishing- und Community-Plattformen. Das CMS bietet ein flexibles, modulares System für hochdynamische Plattformen auf Basis von User Generated Content.

TYPO3

TYPO3 gehört neben WordPress zu den beliebtesten Open-Source-CMS. Das Softwareprojekt ist ein Enterprise Management System und wird von einem Team erfahrener Entwickler ständig aktualisiert und technisch auf dem neuesten Stand gehalten. TYPO3 ist eine gute, wenn auch komplexe Lösung für große Unternehmensportale und E-Commerce-Plattformen.

Fakten

  • Content-Management-System für Unternehmen
  • Riesiger Funktionsumfang
  • Umfangreiches integriertes Rechtemanagement
  • Einfache Integration anderer Systeme wie CRM- oder ERP-Lösungen

Systemvoraussetzungen für TYPO3 CMS 10 LTS

  • Webserver: Apache (empfohlen), MS IIS, NGINX, Caddy Server
  • Middleware: PHP 7.2 oder höher
  • Datenbank: MySQL 5.5 oder höher, MariaDB 10.2, MS SQL Server, PostgreSQL, SQLite
  • Hardware: Mindestens 256 MB RAM
  • Weitere Empfehlungen: GraphicsMagick oder ImageMagick; GDlib; Freityp; ylib; Bei Verwendung eines Apache-Servers: mod_gzip, mod_deflate, mod_rewrite; PHP-Cache (zum Beispiel APCu, PHP-Accelerator, OPcache oder Zend-Accelerator); individuelle Erweiterungen können zusätzliche Software erfordern

TYPO3 bietet eine große Community, die Einsteigern bei technischen Problemen oder Fragen schnell und einfach weiterhilft. Daneben gibt es zahlreiche professionelle Anbieter, die sich auf den TYPO3-Support spezialisiert haben und Business-Anwendern Agenturleistungen anbieten.

Der professionelle Einsatz des leistungsstarken CMS erfordert Expertenwissen. Damit lassen sich auch komplexe Seitenstrukturen mit mehrsprachigen Inhalten fundiert umsetzen. Der beachtliche Funktionsumfang sorgt für ein professionelles Rechtemanagement auf Unternehmensebene und stellt Schnittstellen zu klassischen Geschäftsanwendungen wie CRM- und ERP-Systemen bereit. Kritiker verweisen dagegen auf die lange erforderliche Einarbeitungszeit und den vergleichsweise hohen Verwaltungsaufwand.

Das riesige Funktionsspektrum von TYPO3 ermöglicht die Umsetzung jeglicher Art von Online-Projekten. Dies ist jedoch mit erheblichen Kosten für Installation, Konfiguration und Wartung verbunden. Die Bekanntheit und der gute Ruf der Software tragen dazu bei, dass sie von vergleichsweise kleinen Websites verwendet wird. In diesem Fall investieren die Benutzer in der Regel viel mehr Aufwand als nötig. Wird nicht das gesamte Funktionsspektrum des Enterprise-CMS benötigt, ist für Webseitenbetreiber in der Regel eine modulare Software mit schlanker Grundinstallation besser geeignet. Für komplexe Projekte, die von erfahrenen IT-Spezialisten geleitet werden, ist TYPO3 jedoch eine gute Grundlage für einen erfolgreichen Online-Auftritt.

Contao

Das CMS Contao ist eine übersichtliche und benutzerfreundliche Content-Management-Lösung. Das System verfügt über ein intuitives, mehrsprachiges Backend und eine klar strukturierte Administrationsschicht. Besonderes Augenmerk legt das Softwareprojekt auf die Kompatibilität mit Webstandards und stellt barrierefreie Online-Inhalte in HTML 5 bereit.

Fakten

  • Benutzerfreundliches CMS mit großem Funktionsumfang
  • Mehr als 1.400 verfügbare Erweiterungen
  • Mehrsprachiges Backend
  • Online-Demo
  • 2-Faktor-Authentifizierung (ab Contao 4.6)

Systemvoraussetzungen für Contao 4.9 Long Term Support (LTS):

  • Webserver: Apache, NGINX oder IIS mit PHP- und MySQL-Unterstützung
  • Middleware: PHP 7.4 oder höher
  • Datenbank: MySQL 8.0 oder höher
  • Weitere Empfehlungen: Um den vollen Funktionsumfang nutzen zu können, sind folgende PHP-Erweiterungen notwendig: DOM, PCRE, Intl, PDO, ZLIB, JSON, Curl, Mbstring, GD

Bereits in der Grundausstattung verfügt die Software über einen umfangreichen Funktionsumfang, der mit mehr als 1.900 verfügbaren Erweiterungen flexibel an individuelle Bedürfnisse angepasst werden kann. Das CMS-System bietet zudem einen integrierten Theme-Manager. Damit ist es möglich, das Design und das Layout einer Website auf Basis von Contao mit Hilfe von vorgefertigten Modulen individuell zu konfigurieren. Darüber hinaus werden Website-Betreibern über die Contao-Website professionelle Themes für verschiedene Anwendungstypen und Branchen angeboten. Diese Themes müssen jedoch in der Regel erworben werden.

Die Software ist bekannt für ihre hohen Sicherheitsstandards. Auf die LTS-Version des CMS erhalten Sie vier Jahre Garantie. In diesem Zeitraum erhält die LTS-Version Fehlerkorrekturen und Sicherheitsupdates, jedoch keine neuen Features. Die LTS-Version ist stabil und wird für aktive Websites empfohlen.

Darüber hinaus gibt es eine Entwickler-Version, die ein halbes Jahr lang mit Bugfixes und Sicherheitsupdates versehen ist und neue Features enthält, die nicht in der LTS-Version enthalten sind und erst in der nächsten LTS-Version enthalten sein werden. Diese Version wird allen empfohlen, die neue Funktionen testen möchten.

Das flexible CMS ist für mehrere Anwendungsmöglichkeiten geeignet. Die Software stellt dem Anwender eine ordentliche Systemarchitektur zur Verfügung, die durch Erweiterungen an die unterschiedlichen Anforderungen des professionellen Website-Betriebs angepasst werden kann. So lassen sich beispielsweise Intranet-Lösungen, E-Commerce-Plattformen, Unternehmensportale oder Microsites umsetzen.

Kritik an diesem CMS gibt es, da mehrstufige Workflows mit Contao in der Standardkonfiguration nicht realisierbar sind.

Neos-CMS

Neos ist streng genommen kein CMS - sondern eine Content-Application-Plattform in deren Kern ein CMS und ein Apllication Framework liegen. Neos ist neben TYPO3 ein echtes Open Source Enterprise Content-Management-System, mit besonderem Fokus auf Redakteure und Entwickler. Der Clou ist, dass Redakteure Inhalte in einem WYSIWYG-Editor erstellen können und Entwickler ein State-of-the-Art-System mit geplanter Erweiterbarkeit, Living Style Guides und atomarem Design erhalten. Neos ist ein geeignetes System zur Verknüpfung von Inhalten mit Drittsystemen (ERP, CRM, Shops etc.).

Fakten

  • Open-Source-Enterprise-Content-Management-System
  • Echter WYSIWYG-Editor (Inline-Bearbeitung)
  • Suchmaschinenfreundliche URLs
  • Veröffentlichungs- und Verwaltungstools für mobile Lösungen
  • Geplante Erweiterbarkeit zur Anbindung weiterer Systeme wie Shop-, CRM- oder ERP-Lösungen

Systemvoraussetzungen Neos CMS 7.x:

  • Webserver: Apache, NGINX#
  • Middleware: PHP >= 7.3.0 (PHP CLI muss für die Entwicklung dieselbe Version haben)
  • PHP-Module: mbstring, tokenizer, xml, pdo_mysql, imagick oder gmagick
  • PHP-Funktionen: exec(), shell_exec(), escapeshellcmd() und escapeshellarg()
  • Datenbank: Offiziell unterstützt: MySQL > 5.7.7, MariaDB > 10.2.2 und PostgreSQL > 9.4
  • Optional: Oracle, Microsoft SQL Server, SAP Sybase SQL Anywhere, SQLite, Drizzle
  • Hardware: mindestens 256 MB RAM
  • Weitere Empfehlungen: Individuelle Erweiterungen können zusätzliche Software erfordern

Eine Besonderheit sind die sogenannten „Content Dimensions“. Der Clou dabei: Redakteure können beliebig viele Versionen von Inhalten für unterschiedliche Zielgruppen erstellen. Die Inhalte stehen nicht nur in verschiedenen Sprachen, sondern auch für unterschiedliche Zielgruppen (Geschlecht, Kultur, Land, Region etc.) zur Verfügung. Marketingkampagnen können so gezielt gesteuert werden. Auch die Pflege großer Mengen von Multisites in einem gehört zum Repertoire.

Neue Inhalte in Unternehmen durchlaufen von der Erstellung bis zur Veröffentlichung oft mehrere Prüf- und Freigabeprozesse. Über Benutzer- und Gruppenarbeitsplätze, unterstützt durch ein recht flexibles Rechtemanagement, lässt sich Neos einfach in bestehende Prozesse integrieren.

Trotz seiner inhaltlichen Ausrichtung ist Neos nicht „nur“ ein CMS. Neos wurde für Integration und Erweiterbarkeit entwickelt. Es ist ein leistungsstarkes CMS, das mit einem ebenso leistungsstarken PHP-Framework namens Flow geliefert wird. Entwickler können Neos so gestalten, wie sie es brauchen. Die Community nennt Neos eine „Content -Application Platform“. Damit soll deutlich werden, dass die Stärken des CMS neben klassischen Websites darin liegen, dem Nutzer die Erstellung komplexer Projekte zu ermöglichen. Die Integration von Drittsoftware, die Anbindung an externe Systeme (ERP, CRM etc.), Shopintegrationen etc. sind mit Neos realisierbar. Vorhandene Erweiterungen können einfach über Composer installiert werden (z. B. Google Analytics, IBM Watson, Elasticsearch, etc.).

Auch individuellen Erweiterungen sind möglich. Neos 4.0 führte die Assets-API ein. Dies ermöglichte den direkten Zugriff auf externe Medienressourcen. Zudem können Fotodienste wie Unsplash zur Bearbeitung von Bildern genutzt werden, ohne die Seite verlassen zu müssen.

Nach der kürzlich abgeschlossenen Überarbeitung der Benutzeroberfläche in React arbeiten die Entwickler derzeit an der Integration von Machine Learning oder der Neuimplementierung des Neos Content-Repository mit CQRS und EventSourcing. Letzteres macht Neos besonders für Banken, Versicherungen und Behörden interessant, da es diverse inhaltliche Überarbeitungen sicher vor späteren Änderungen speichert.

Adobe Experience Manager

AEM (Adobe Experience Manager) ist eine Kombination aus Digital-Asset-Management und Content-Management-System, um Inhalte auf Plattformen wie Mobil, Web, E-Mail und Social Media zu liefern. Es vereinfacht die Verwaltung und Bereitstellung des Inhalts einer Website.

AEM wird mit fünf Modulen geliefert – Sites, Assets, Mobile, Forms und Community – zusammen bilden sie so eine CMS-Plattform und liefern Websites und mobile Anwendungen.

Fakten

  • proprietäres (closed source) Content-Manangement-System
  • Digital-Asset-Manangement-System
  • Teil der Adobe Experience Cloud (ehemals Adobe Marketing Cloud)
  • nahtlose Integration mit weiteren Tools der Adobe Experience Cloud möglich

Systemvoraussetzungen AEM 6.5:

  • Installierte Java Platform, Standard Edition JDK oder andere unterstützte Java Virtual Machines
  • Experience Manager-Schnellstartdatei (Eigenständige JAR- oder Webanwendungsbereitstellungs-WAR)
  • 5 GB freier Speicherplatz im Installationsverzeichnis
  • 2 GB Speicher

Adobe Experience Manager ist Teil der Adobe Experience Cloud, der Digital Experience-Lösung von Adobe. Es kann mit Adobe Analytics, Adobe Target, Adobe Audience Manager, Adobe Commerce Cloud und Marketo Engage zusammenarbeiten. Die Integration zwischen diesen Lösungen ermöglicht es, Datenanalysen aus verschiedenen Quellen durchzuführen, Kundensegmente aufzubauen und zusammengeführte Kundenprofile zu erstellen.

AEM basiert auf Apache Sling-Framework-Konzepten. Es ist eine Java-Anwendung, die auf dem OSGi-Framework (Open Services Gateway Initiative) basiert und die Apache Felix-Engine verwendet (ein Gemeinschaftsprojekt zur Implementierung des OSGi-Frameworks unter der Apache-Lizenz). Apache Sling verwendet die JCR-Objektdatenbank (Java Content Repository, erstellt mit Apache Jackrabbit), um die erforderlichen Informationen zu speichern.

AEM (Adobe Experience Manager) dient als hybrides CMS: Für Designer bietet es Optionen zum Erstellen von Front-End-Anwendungen. Für Marketer bietet es die Verwaltung und Optimierung von Inhalten für ihre Kernkanäle ohne externe (Tool-)Abhängigkeiten. Entwicklern bietet es die Möglichkeit, Inhaltselemente für Kundenschnittstellen projektübergreifend zu erstellen, darauf zuzugreifen und sie wiederzuverwenden.

Wie erwähnt, sind die Vorteile von AEM die nahtlose Integration mit den Adobe SaaS-Produkten wie Analytics und auch anderen Technologieprodukten und das Digital-Asset-Management (DAM) mit dem man auch auf marken- und länderübergreifend den Überblick behalten kann. Auf der Gegenseite muss man erwähnen, dass der Adobe-Support begrenzt ist und für viele Probleme mit dem System externe Spezialisten (so wie die reinorange ;) ) in Anspruch genommen werden müssen. Hinzu kommt, dass das Einbinden von Funktionen wie Adobe Analytics ein hohes Maß an Expertise erfordert - was neben dem eh schon hohen Kosten für den Adobe Experience Manager weiter als Preistreiber fungiert.

Kurz und knapp: welches CMS nutze ich nun für was? Unser Fazit:

WordPress: einfache, schnelle Grundinstallation - aber mit der Komplexität steigt u.a. der Maintenance-Aufwand überproportional. Daher gut für kleine, unkomplizierte Projekte wie BLOGs.

Joomla!: universell einsetzbares CMS - flexibel und mit guten Plug-Ins. Die Nachteile kommen zum Tragen, wenn viele Nutzer in das Projekt oder die Pflege eingebunden sind, denn das Rechtemanagement kann schnell sehr kompliziert werden.

Drupal: kreiert für Social-Publishing und Communities. Und darin auch hochperformant und gut. Mit der Komplexität steigen allerdings auch die Anforderungen an die Entwickler - so wird das Bauen der Lösung schnell zeitaufwendig und teuer.

TYPO3: leistungsstarkes CMS mit vielen Funktionen und Schnittstellen - nicht umsonst eines der am meistgenutzten Enterprise-CMS. Allerdings auch für erfahrene Entwickler teilweise kompliziert und mit sehr hohem Verwaltungsaufwand.

Contao: Das flexible CMS ist für Weblösungen jeder Größe zu verwenden. Gute Themes sind zu erwerben und Contao hat generell ein hohes Sicherheitslevel. Mehrstufige Workflows sind mit Contao in der Standardkonfiguration allerdings nicht realisierbar.

Neos: Neos, der Herausforderer von TYPO3, ist für alle Anwendungsfälle ab mittlerer Komplexität aufwärts geeignet. Gerade für unerfahrene Redakteure ist das Handling einfach. Auch der WYSIWYG-Editor ist ein großes Plus. Einziger Nachteil ist, dass die Zugriffsteuereung von Dateien nicht möglich ist.

Adobe Experience Manager: Das AEM ist eine Enterprise-Lösung die viele Funktionen integriert und ist somit vor allem für Konzerne mit komplexen Web-Projekten geeignet. Gutes Asset-Management steht hohen Kosten und in Teilen der Notwendigkeit von tiefer Expertise gegenüber.

Die Auswahl eines passenden Content-Management-Systems ist komplex - eine falsche Entscheidung am Anfang hat fast immer hohe Folgekosten. Oft sind auch die Big Player nicht die richtigen Lösungen für den jeweiligen Anwendungsfall. Eine Übersicht über die Hidden Champions der CMS finden Sie hier.

Wenn Sie Hilfe bei der Auswahl brauchen, melden Sie sich gerne bei uns.

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